Wie verändern sich Wahrnehmung und Bewegung im Alter? Im Rahmen der Lehrveranstaltung Geronto-Orthoptik konnten unsere Orthoptik-Studierenden des 5. Semesters genau das selbst erfahren. Mithilfe eines Instant-Aging-Sets wurden typische körperliche Einschränkungen simuliert, die im höheren Lebensalter auftreten können. Durch diese Selbsterfahrung gewannen die Studierenden wertvolle Einblicke in die Anpassungsleistungen, die ältere Menschen im Alltag oft zusätzlich erbringen.

Wie verändert sich die Wahrnehmung und Bewegung im Alter?
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Erlernen und Üben von Führtechniken. Dabei setzten sich die Studierenden praktisch damit auseinander, wie Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen – etwa bei Blindheit, Parkinson, Gebrechlichkeit oder altersbedingten Einschränkungen – sicher und unterstüzend begleitet werden können. Selbsterfahrung fördert den Perspektivenwechsel: Sie hilft dabei die Bedeutung von Sicherheit, Kommunikation, Vertrauen und individueller Unterstützung im Umgang mit Patient*innen zu erfahren.
Gute orthoptische Betreuung bedeutet nicht nur, Untersuchungen fachgerecht durchzuführen. Es ist auch wichtig, Menschen entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse sicher durch die Situation zu begleiten.
Passend zu diesem Thema erschien in der 49sten Ausgabe der Fachzeitschift „Orthoptik Pleotik“ des Berufsverbands Orthoptik Deutschland (BOD) der Artikel „Demenz und die unterschätzte Rolle des Sehens“, verfasst von Ruth Resch (Studiengangsleiterin Orthoptik) und Julia Hager (Lehrende Orthoptik),.
Der Artikel beleuchtet die Bedeutung visueller Funktionen im Kontext dementieller Erkrankungen und zeigt auf, welchen Beitrag orthoptische und ophthalmologische Untersuchungen zur Erfassung visueller Beeinträchtigungen leisten können. Darüber hinaus werden orthoptische Interventionsmöglichkeiten für die Alltagsbewältigung sowie mögliche Unterstützungs- und Anpassungsstrategien für Betroffene und deren Umfeld dargestellt.